Für die Aschaffenburger Ortsgruppe sollte die Fahrt im Jahre 1997 in die schottischen Highlands führen. Geplant war eine Ost-West-Durchquerung, die die Bärentöter am Loch Ness vorbeiführen sollte und jenseits des Glen Affric endet. Um diese mehrtägige Wanderung zum Ziel zu führen, mussten sich die Teilnehmer hervorragend auf ihre Aufgabe vorbereiten. Nach mehreren Tagen intensiver Planung, starteten dann schließlich rund 50 Jungen und Mädchen im Alter von 14 bis 19 Jahren in Richtung Schottland. Unsere erste Etappe war der internationale Pfadfinderzeltplatz Kingstown, wo wir unser Basislager aufschlugen. In den nächsten zwei Tagen führten uns Tagestouren nach Dover und dem legendären Dover Castle und in die englische Hauptstadt London. In der europäischen Metropole besuchten wir einige der unzähligen Sehenswürdigkeiten und nachdem wir uns wider von dem pulsierenden Leben der Weltstadt verabschiedet hatten, führte uns der Weg nach Norden. Vorbei an Nottingham und Manchester ging es geradewegs durch die Lowlands nach Edinburgh. Von dem schottischen Pfadfinderzeltplatz ging es weiter zu unserem ursprünglichen Ziel, dem Loch Ness. Die anderen Gruppen wanderten in anderen Gebieten Schottlands, beispielsweise auf der Isle of Skye oder am Loch Lommend. In den darauffolgenden Tagen lernten die Mitglieder der Aschaffenburger Wandergrupppe das schottische Hochland und seine wuchtigen immer grünen Berge kennen. Gerade diese Berge ohne Strauch und Baum, machen Schottland mit seinen verlassenen Ortschaften und Einsiedlern so beliebt für die Wanderer.
Den schottischen Überlieferungen zu folge, wuchteten die Clans die Bäume aus dem Zentralhochland bis an die Küste und holzten alle Berge bis auf den Grund ab, so dass heute kein einziger Baum mehr die Highlands bedeckt. In dieser einsamen Landschaft, wie man sie kaum noch in Europa findet, wanderten die Bärentöter fünf Tage lang und begegneten keine Menschenseele. Fernab von jeglicher Zivilisation durchquerten die Wanderer die Glens. Die wunderschöne und unberührte Landschaft und die abenteuerlichen Wege entschädigten alles und ließen den Alltag vergessen. Als die Gruppen wieder von dem Reisebus eingesammelt waren, erzählten sich die müden aber begeisterten Wanderer ihre Geschichten auf einem Pfadfindercamp inmitten internationaler Pfadfinder nahe Glasgow. An den nächsten tagen wurden Freundschaften geschlossen und Unternehmungen mit den Schotten gemacht. Unter fachlicher Anleitung lernten wir Bogenschießen und noch vieles mehr.
Über Oxford und Stratford- up on Avon ging die Fahrt zurück. Am vorletzten Tag statteten wir der englischen Hauptstadt noch einmal einen Besuch ab. Bis spät in den Abendstunden reihten wir uns in das Großstadtleben und seinen typischen Flair mit vielen Geschäften und Pubs ein. Doch auch schließlich hieß es Abschied nehme und wir verabschiedeten uns von den englischen Pfadfindern, mit denen wir den letzten Abend im gemütlichen Kreise bei Geschichten und Liedern verbracht hatten.
(Michael Hartmann)


